Dienstag, 12. Juni 2018

Komatös

Hallo Ihr lieben Leser, zombified ist wieder da. Ich war die letzten Wochen ausgeknockt von einer schweren OP, aber fühle mich jetzt wieder besser befähigt, zu schreiben. 
Das Erlebnis Operation war sehr, sehr unschön. Nicht nur, weil Operationen halt nie sonderlich toll sind,  sondern weil es für mich wirklich sehr einschneidend war.

Vorsicht, eventuell Trigger !!!!! Psycho

Vorab, es war nicht Schmerz, der das Problem darstellte,  sondern vorallem die gute alte Psyche.
Meine OP handelte sich übrigens um eine fast langweilig klingende Kieferoperation. Ein großes  Stück Beckenknochen wurde in den Kiefer verpflanzt. Da ich eine sehr ausgeprägte genetische Fehlstellung an meinem UK habe/hatte, ist das Thema OP bei mir schon seit Kindesalter präsent.  Weil man mich nicht richtig intubieren kann, Schlafprobleme bestehen, etc.. Da ich früher starkes Untergewicht hatte und es erst die letzten Jahre geschafft habe, dem gegenzuwirken, habe ich die OP erst jetzt in Angriff genommen. Der Kiefer wurde also erweitert und verbreitert.

Naja. Die Operation ansich lief echt gut..auf Holz klopf. Das Drumherum für mich persönlich absolut grausam. Intubieren in meinem Fall gezwungenermaßen bei vollem Bewusstsein, nicht wirklich wirkende "Schlafmittel", ingesamt mehrere OPS mit insgesamt etwa 9 Tagen künstlichem Koma und einigen Zwischenfällen meines weggetreten Ichs. 
Die vielen, vielen Medis haben mich total verwirrt gemacht, ich hab Dinge gesehen. Einiges wahrscheinlich Einbildung, einiges nicht. Keine Ahnung, was davon. Horrorpsychosen von verlassenen Krankenhäusern und winkenden  Kindern im Kinderschlalabor, "Cyberaugen", weinende Pfleger, Zeitschleifen, alles vermischt mit wirklich reelen Dingen wie SMS, die ich nachts allein im Beobachtungsraum verschickt habe. Gruselig!  Ich merke, wie ich extrem sensibilisiert bin und das Leben völlig anders betrachte. Für Familie und Freund(e) waren die letzten zwei Wochen auch richtig schlimm...

Mittlerweile bin ich zwar noch geschwollen und kann nicht wirklich sprechen und gut auftreten, aber gesundheitlich geht es voran. Keine Medikamente, keine  zigtausend Schläuche mehr!! Psychisch geht es mir auch besser. Ich will langweilige Normalität! 
Dafür sind und waren die Ärzte und Schwestern/Pfleger überwiegend absolut großartig, kompetent und toll, trotz sehr harter Arbeit.


Ich habe jetzt außerdem ein anderes Gesicht. Kiefer, Wangenknochen, etc. haben sich so verändert, dass ich mich nicht mehr erkennen würde! Ich habe Fotos von mir früher immer absolut gehasst (und die OP zugegeben auch ein wenig als netten optischen Verbesserungseffekt betrachtet), aber nun schaue ich Bilder von früher an und finde mich dort doch ganz putzig eigentlich...sehr verquer. Aber nun gut,  das Endergebnis und vorallem die gesundheitl. Verbesserung zählt :) Ich bin äußerst gespannt darauf, ganz abgeheilt zu sein.

Ich möchte übrigens niemandem Angst machen, bin gesundheitlich ein absoluter medizinischer Sonderfall und normalerweise läuft sowas WELTEN entspannter ab. ;) 
Aber passt ja irgendwie in meinen Blog........

Bitte liebe Leser, passt auf euch auf. Gesundheit ist so extremst wichtig!