Dienstag, 12. Juni 2018

Komatös

Hallo Ihr lieben Leser, zombified ist wieder da. Ich war die letzten Wochen ausgeknockt von einer recht schweren OP, aber fühle mich jetzt wieder besser befähigt, zu schreiben. 
Das Erlebnis Operation war sehr, sehr unschön. Nicht nur, weil Operationen halt nie sonderlich toll sind,  sondern weil es für mich wirklich sehr einschneidend war. 

Für mich völlig unerwartet: Ich lag etwa eine Woche im künstlichen Koma. Wegen starken Schwellungen im Halsbereich war es nämlich sehr kompliziert, den Tubus zu entfernen etc. und im schlimmsten Falle hätte ich einen Luftröhrenschnitt bekommen. Um das zu vermeiden, ließ man mich erstmal ein paar Tage abschwellen, dazwischen lag auch noch ein Feiertag und Wochenende und ja...
Es ist jedenfalls sehr seltsam, wenn einem plötzlich eine Woche seines Lebens fehlt und ich war relativ verwirt und zeitlich im Rückstand. Ich frage mich wirklich, wie hart es sein muss, nach langer Zeit im Koma wieder zurück ins Leben zu finden....
Schmerzen hatte ich keine, zuerst vermutlich wegen den Mengen an Schmerzmedikamenten und Antibiotika, aber einige Zeit später habe ich dann auch gar nichts mehr gebraucht.
Einzig die Stelle am Becken, wo Knochen entnommen wurde, hat vorallem beim Gehen für längere Zeit ziemlich geschmerzt.

Gruselig waren die Einbildungen von den Medikamenten. Das Mittel Propofol hat bei mir ziemliche Halluzinationen ausgelöst, was teils echt krass war. Horrorträume- und trips im Krankenhaus sind... sehr unschön.

Die Operation ansich verlief jedoch sehr gut und auch die Abheilung geht recht schnell vonstatten. Dummerweise hat sich ein paar Wochen nach der OP ein Implantat in der Nähe der Kopfnarben entzündet, was echt nicht sein hätte müssen, aber auch das war zu händeln.

Durch die OP habe ich auch endlich mehr Platz im Kieferbereich -> 
Ich schlafe nachts viel, viel besser, es sieht proportionaler aus, meine Zähne passen (zumindest nach der parallelen Zahnbehandlung) aufeinander, ich kann voraussichtlich wie ein normaler Mensch narkotisiert werden (vorher funktionierte wegen dem eingeschränkten Platz nur Wachintubation und das ist sehr unangenehm), etc..
Am schlimmsten hatten es während der OP wohl auch mein Freund und meine Mutter, die laut meiner Restfamilie jeden Tag in (eigentlich ungerechtfertigter) Angst und Panik verbracht haben...die Armen! :)

Fazit: Die OP hat sich gelohnt, auch wenn sie alles andere als angenehm war...aber wann sind Operationen schon angenehm...