Montag, 8. Januar 2018

Spuktour: Pestkapelle Weilheim


Die Pestkapelle bei Weilheim im tiefsten Bayern stand schon länger auf meiner Besuchsliste, letztes Wochenende war es dann endlich soweit.


 Unzählige Gruselgeschichten ranken sich um diese Stätte, die tief im einsamen Wald liegt.

Im 12. Jahrhundert wird die Kapelle erstmals geschichtlich erwähnt. Ein paar Hundert Jahre später wurde sie Ruhestätte für viele Menschen, die an der Pest erkrankten und starben. Daher der Name "Pestkapelle". Die Toten wurden auch im Wald begraben, als der Platz eng wurde.
Schon vor hunderten von Jahren hatte sie einen schaurigen Ruf. Viele der damaligen Einwohner berichteten von düsteren Erscheinungen und Weinen im Umkreis der Kapelle. Sie und der umliegende Wald sollen verflucht sein. Man erzählt sich auch heute noch von geisterhaften schwarzen Hunden, die plötzlich auftauchen und wieder verschwinden. Sie sollen verirrten Wanderern den richtigen Weg weisen.


Im Inneren der Kapelle leuchten nachts die Kerzen und wenn man durch das Fenster blickt, soll man ganz deutlich die Spiegelung eines umgedrehten Kreuzes sehen.

Außerdem stehen fünf Brunnen (die inzwischen zugegittert sind) um die Kapelle, die von oben in Verbindung zueinander ein Pentagramm ergeben. Vier Brunnen kann man sehen, der letzte, genannt Teufelsbrunnen, befindet sich der Sage nach unter der Kapelle. 


Viele der Pesttoten wurden damals angeblich dank Platzmangel in die Brunnen geworfen. Diese sind ziemlich tief und man möchte dort definitiv nicht reinfallen...



Nachts sollen sich hier Satanisten treffen und dem Teufel huldigen. Vermutlich sind das aber eher Jugendliche, die irgendwelche Mutproben abhalten...




Da es keine Schilder oder anderweitige Wegbeschreibungen gibt, ist es nicht einfach, die Pestkapelle zu finden. Internetverbindung gibt es da draußen nicht, also kann man nur auf gut Glück losgehen. Ich habe sie auch nur durch Zufall gefunden. Um die Kapelle herum gibt es anscheinend mehrere Irrwege, die angeblich angelegt wurden, um es bösen Geistern schwieriger zu machen, hinunter ins Dorf zu gelangen.


Der Wald außen herum ist sehr weitläufig und durchaus ein wenig gruselig, vorallem bei Dämmerung. Die Kapelle ansich ist recht hoch gelegen und von Bäumen umgeben - Betreten kann man sie nicht, aber durch die Fenster schauen.
Wie so oft gab es in der Vergangenheit auch hier Vandalismus und Beschädigungen, weshalb die Kapelle videoüberwacht ist. 


Geistererscheinungen, Weinen und schwarze Hunde habe ich leider (?) nicht vernommen ;)
 trotzdem hat die Kapelle eine schön-schaurige Atmosphäre und man kann ein wenig verstehen, wie die vielen Gruselgeschichten zustande kamen.

Kommentare:

  1. Sehr schön beschrieben und bebildert! Interessanter Ort!

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  2. Hekate weilt wohl oft an den vielen Wegkreuzungen die es dort zu geben scheint.
    Sie passt auf, dass jeder auf dem rechten Weg bleibt, zwinker!

    Es ist interessant, wie sich an einem Ort heidnische, christliche und esoterisch- neuzeitliche Geschichten treffen. Wahrlich ein interessanter Ort :)

    Ich bin wohlbehalten aus Tokyo zurück gekehrt, ich hoffe du bist gut ins neue Jahr gekommen!!
    Auf ein neues Blogger- Jahr :)
    Lg Motte

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  3. Das mit den Irrwegen und Brunnen klingt echt interessant - ich hatte noch nie von dieser Kapelle gehört. Den Gruselfaktor in der Dämmerung kann ich mir sehr gut vorstellen ^^"
    Viele Grüße
    Tea

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  4. Huuu... das ist mal echt gruselig... also Abends bzw. im Dunklem würd ich da keinen Schritt hin tun... sieht ja tagsüber schon schön schaurig aus und man erwartet dass gleich irgendetwas erscheint...

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