Sonntag, 30. April 2017

Hexen und Isegrim

File:Grey wolves in Bavarian Forest National Park.jpg
wikimedia commons  flickr
     

Heute reihen sich gleich zwei besondere Tage - der 30.04. ist der Tag des Wolfes
und die Nacht auf den ersten Mai - Walpurgisnacht.

Der Wolf war in Deutschland seit dem Jahr 1850 gänzlich verschwunden und ausgerottet, in den letzten Jahren breitet er sich jedoch langsam wieder aus. Vorallem im Osten der Republik ist er heute heimisch und auch hier im Bayerischen Wald hat mittlerweile immerhin mindestens zwei Wölfe erblickt. Insgesamt leben etwa um die 46 Rudel/130 Tiere in Deutschland.
Die Meinungen zum Wolf in Dtl. gehen auseinander, gerade Landwirte sehen dem negativ entgegen, schließlich kommt es hin und wieder vor, dass Wölfe Nutztier reissen.
 Und - spätestens seit den Geschichten der Gebrüder Grimm ist der Wolf als brutales Raubtier negativ besetzt (Angriffe durch Wölfe an Menschen kamen in der Vergangenheit tatsächlich nur äußerst selten vor). 
In Deutschland wird übrigens jeder zehnte tote Wolf illegal erschossen.
Die Wölfe - vom Mensch einst aus ihrem Lebensraum vertrieben und auch heute noch schwer bedroht. Schade! Bessere Herdenschutzmaßnahmen wären eine sehr viel schönere Alternative zum Abschießen dieser schönen, stolzen Tiere. 

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Zur Feier des Tages habe ich mal wieder mein Grafiktablett herausgeholt.

Die Wurzeln der Walpurgisnacht kommen aus dem Germanischen. Früher wurde im Harzgebiet ein Frühlingsfest gefeiert, bei dem das Ende des Winters sowie die Hochzeit des germanischen Gottes Wotan zelebriert wurde. Walpurgis war ein friedliches, fruchtbares Fest der Freude, man tanzte ausgelassen um ein großes Feuer und begrüßte so den Frühling.

Mit der Christianisierung in Deutschland wurden die Bräuche des Festes teils umgedeutet, als heidnisch verboten und mit Teufelsverehrung in Verbindung gebracht.

Wer weiter jene fröhlichen Frühlingsfeste feierte, wurde als dem Teufel hörig verschrien und verdammt.
Der Sage nach versammeln sich zur Nacht vom 30. April auf den ersten Mai Hexen unter anderem auf dem Hexentanzplatz Thale, um von dort aus auf schwarzen Katzen reitend, mit Besen, Heugabeln oder auf Kochlöffeln zum Brocken zu fliegen, wo das Hexenfest stattfindet. Dort tanzen die Hexen um ein großen Feuer herum und lassen sich mit dem Teufel vermählen, der ihnen daraufhin mit einem Hexenmal die Fähigkeiten zur Zauberei gibt. Auch von Dämonenbeschwörungen und Kindsopferungen spricht man. Danach schwärmen sie umher und richten überall Schaden an.


Als Antwort darauf fanden in einigen Gebieten das sogenannte Ausbrennen der Hexen statt, hier werden Feuer gezündet, Schellen und Glocken so laut wie möglich geschlagen, Peitschen geknallt und Reisigbündel besenförmig gebunden und angezunden.
Außerdem wird wild in die Luft geschossen, um fliegende Hexen herunterzuholen und Dornenhecken (diese gelten als magische Pflanzen und Verbindung zur Anderswelt) verbrannt.
Kröten und Frösche wurden erstochen und geräuchert - schließlich könnten sich eine Hexe in diese verwandelt haben. Arme Tierchen...  

Das Walpurgisfest wurde, wie so viele andere heidnische Feiertage, von der Kirche für sich beansprucht. Walpurgis wurde fortan benannt nach der heiligen Walburga (710-779 n. Chr.), einer Schutzpatronin von Bauern und Mägden und gegen Geister, Hexen und Aberglauben. 

Bei Iren und Schotten wird übrigens das Fest Beltane (Fest der Liebe) gefeiert - laut alten keltischen Kalendern gilt Beltane als Beginn des Sommers. Ähnlich zu Walpurgis werden hier Feuer entzündet. Häuser und Gärten werden mit Blumen geschmückt, Liebespaare beschenken sich mit Birkenkränzen und es wird gesungen und getanzt. Damit werden unter anderem die Schutzgeister in den Häusern geehrt. 


Abends werde ich auch ein bisschen "feiern" - eigentlich will ich ja schon seit Jahren mal zeitig auf den Brocken und mir eventuell dort das Treiben anschauen....wobei das mittlerweile wohl eher stark konsumorientiert und mehr Party und Besäufnis ist.

Ich wünsche euch eine schöne Walpurgisnacht // einen guten Start in den Mai!

Kommentare:

  1. Ich wusste gar nicht, dass zusätzlich der Tag des Wolfes ist.
    Sonst hätt ich ihn gestern mit in mein Ritual eingebunden. Es ist wirklich schade, dass Wölfe (illigal) geschossen werden- nicht selten müssen sie bei solchen "Hobbyjägern" sehr leiden. Aber nicht nur Wölfe sondern auch Luchse sind von solchen illegalen Jagdmanöver gefährdet, obwohl sie als stark geschützt gelten. Die Einwände der Landwirte und Viehzüchter finde ich oft unbegründet. In den seltensten Fällen haben sie ihr Vieh draußen. Ich würde auch sagen, dass es einfacher wäre das Vieh besser zu schützen, als den Wolf zum Abschuss freizugeben.

    Ich bin übrigens gespannt was du zur "Party" auf dem Brocken zu sagen hast ^^ Mir ist das ein wenig too much, deswegen fahre ich nicht hin, ich war aber gestern, energiegeladen durch das wundervolle Wetter lange unterwegs und war an einem ländlich gelegenen Hexentanzplatz in meiner näheren Umgebung. LA ist bekannt für Hexenaktivitäten- und leider auch für eine der letzten Hexenverbrennungen in Deutschland.

    Mein Eintrag über Beltane kommt jetzt. Ich werd mich jetzt hinsetzen und ihn schreiben!
    Hab ebenfalls einen guten Start in den Mai~
    Motte

    PS: Email- Antwort kommt auch noch ^^

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  2. Ich hoffe Du hast ein bisschen gefeiert zur Walpurgis... und einen schönen Post hast Du geschrieben... ich habe letztens eine Dokumentation über die Wölfe gesehen... schlimm wie die Sache mit den Wölfen gehandhabt wird. Immer scheint Abschiessen die einzige Lösung zu sein... ich verstehe das nicht... es gibt doch andere Möglichkeiten... ich weiss noch damals mit dem Bär... das muss doch nich sein... und welches Recht haben wir eigentlich immer diese Welt als nur UNSER Eigentum zu bezeichnen und zu bestimmen welches Tier wo wann und wie Leben darf...

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