Montag, 4. Juli 2016

Mystery Monday: Schloss Blutenburg // Agnes Bernauer


Gestern habe ich einen Abstecher in das Schloss Blutenburg gemacht, das 
in München-Obermenzing steht. 
Der Name "Blutenburg" weißt nicht etwa auf eine unglaublich spannende, blutrünstige Vergangenheit des ehemaligen Jagdschlosses hin - eher wahrscheinlich ist, dass er sich vom bayerischen Begriff "blueten" ableitet, der soviel bedeutet wie "ökonomisch wehtun". 


Über 500 Jahre ist die Burg alt, im Jahre 1200 gab es die ersten Erwähnungen, erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1432. 
Etwa um diese Zeit herum diente Burg Blutenburg der Agnes Bernauer als Heimat. 
Die Geschichte um Agnes finde ich schon immer tragisch-faszinierend, auch wenn sie nicht direkt etwas mit Blutenburg zu tun hat. So wirklich Mystery ist sie auch nicht, aber ich dachte, ich lasse diese Sparte meines Blogs mal wieder aufleben ;)

Viel weiß man nicht um die Herkunft der jungen, angeblich außergewöhnlich schönen Frau - sicher ist, dass sie sich im Jahre 1428 in Albrecht III. verliebte. 
Sie als einfache Baderstochter, er als wohlhabender zukünftigen Herzog von Bayern/München, das schockte Albrechts Eltern und die Familie. Der einzige Sohn mit einem Mädchen der untersten Bürgerschicht? Unmöglich!
Doch trotz aller Versuche Albrechts Vaters (Ernst I.), die baldig verkündetete Ehe als ungültig erklären zu lassen, blieb das Liebespaar zusammen, Agnes wurde bald schwanger und Albrecht stand weiterhin treu zu seiner Frau.

Eines Tages schmiedeten die Eltern dann einen grausamen Plan. Der Vater tat sich mit seinem Cousin zusammen und dieser lud den arglosen Albrecht auf einen Jagdausflug ein. Agnes befand sich in einem kleinen Schlösschen - allein und somit ohne jegliche Hilfe.
Sofort ergriff Ernst I, Albrechts Vater die Gelegenheit und ließ Agnes verhaften. Noch immer hatte sie sich, trotz Folterdrohnungen, geweigert, das Eheverlöbnis zu widerrufen - also musste Ernst zu härteren Mitteln greifen. Und was kam damals im Mittelalter besser als eine Hexenbeschuldigung? So ließen sich unliebsame Personen schnellstmöglich aus dem Weg räumen.
"Agnes verhexte Albrecht mit einem Liebeszauber, und einem Schadenszauber...letzterer war Schuld an Albrechts öfters auftretenden Melancholie" - so die Anklage.

Und so wurde Agnes, dank ihres Schwiegervaters, schuldig bekannt. Schuldig der Ausübung von Zauberei an ihrem Ehemann. Üblicherweise wählte man in so einem Fall einen Feuertod, "gnädigerweise" wurde Agnes zu einem Tod durch Wasser verurteilt.  
Man wickelte ihre rechte Hand an den linken Zeh und die linke Hand an den rechten Zeh, sodass sie sich nicht mehr bewegen konnte, und wurde in die Donau geworfen, wo sie nach kurzer Zeit ertrank. 

Albrecht war natürlich völlig außer sich vor Wut, als er - leider zu spät - von der Ermordung seiner Geliebten erfuhr, durchschaute den Komplott seines Vaters und lieferte sich ein oder mehrere Duell mit ihm.
Diese endeten damit, dass sich Albrecht mit seinem Vater versöhnte (äh...ja), Agnes an einem ihr geliebten Ort bestattete und das gemeinsame Kind - ein Mädchen mit Namen Sibylla - anerkannte. 
Er heiratete irgendwann wieder, vergaß jedoch nie seine erste und wahre Liebe Agnes.

Ja, das waren damals Zeiten...und wer wünscht sich nicht solche liebevollen, herzlichen Schwiegereltern.......



Mittlerweile wurde Blutenburg mehrmals  renoviert und dient als Bibliothek, Veranstaltungsort oder als Hochzeitsschloss. Und bietet eine hübsche Schlossschänke mit feinem Essen.



Das Burggelände eignet sich schön zum Flanieren, Entenfüttern und Eisessen, genau das richtige für einen sonnigen Sonntagnachmittag :)

Ich wünsche euch einen erträglichen Montag und eine angenehme Woche!



Kommentare:

  1. Schöne Burg und eine traurige Geschichte von Agnes...

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  2. Als Straubingerin ist mir die tragische Geschichte der Agnes Bernauer wohl bekannt... Alle Jahre wird ein tragisch- schönes Festspiel in SR dazu aufgeführt das ich mir sogar mal angesehen habe. Das waren schon "nette" Schwiegereltern... Da kann man echt nix mehr dazu sagen!

    Knuff Motte

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